Kinder-SING-Tag am 17. April 2010

Göttinger Tageblatt
vom 19.04.2010

"Wichtig, dass Singen wieder Thema wird"

100 Teilnehmer beim
Kinder-Sing-Tag in der
KGS Nörten-Hardenberg

von Andreas Fuhrmann


Lieder singen, Töne treffen, Stimme stützen: Unter diesem Titel haben sich am Sonnabend, 17. April, rund 100 Kinder zum Kinder-Sing-Tag des Kinderchores Hardegsen in der KGS Nörten-Hardenberg versammelt.

Unter der Leitung von Musikpädagoginnen der Singakademie Hardegsen übten die Teilnehmer, die bisher wenig Erfahrungen mit dem Singen gemacht haben, mit den Gruppen des Kinderchores in Workshops Lieder ein und stellten sie am Ende des Tages in der Schulaula vor. Chorleiter Gerhard Ropeter unterhielt derweil die anwesenden Eltern, indem er auch mit ihnen ein Lied für den späteren Abschluss probte.

„Es ist wichtig, dass das Singen wieder ein Thema wird“, sagte Ropeter. Singen in der Gruppe nämlich stärke das Selbstbewusstsein der Kinder und schule ihr soziales Verhalten. Daher laute seine Devise: „Gründet Kinderchöre in den Dörfern.“ Allein an engagiertem Personal mangele es, um dieses Vorhaben überall in die Tat umzusetzen.
Denn: „Entscheidend ist der gute Lehrer.“

Ropeter würde das zwar wohl nie offen über sich selbst sagen, aber es war am Sing-Tag offensichtlich, dass das Engagement eines guten Lehrers und seines Teams auf die Kinder abstrahlte. In den Workshops sangen, klatschten und bewegten sich die Teilnehmer – egal welchen Alters – mit viel Spaß, aber dennoch konzentriert. Die Neulinge wurden gut integriert.

Tobias erklärte nach den Proben, warum er schon sieben Jahre im Kinderchor singt. „Hier kann ich Freunde treffen, und die Chorfreizeiten machen am meisten Spaß.“ Da stimmten ihm Laura und Carina zu. Emmy fügte an, dass man nicht nur das Singen lerne, sondern auch viel über die Geschichte der Lieder.

Weitere Infos zur Singakademie und Probenzeiten gibt es unter Telefon 0 55 05 / 55 09 oder im Internet: www.sing-akademie-hardegsen.de.

Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 21.04.2010

Singen macht Kindern Mut

Hardegser Kinderchöre stoßen in Nörten-Hardenberg auf große Resonanz

 

 


Nörten-Hardenberg. Begeistert streckten die Mädchen und Jungen ihre Hände beim ersten Singtag mit dem Hardegser Kinderchören in der Nörtener Novalis-Schule in die Höhe. Gerade hatte Chorleiter Gerhard Ropeter gefragt, wer in die erste und zweite Klasse geht.

Die Kleinen konnten es kaum abwarten. Sie wollten singen. Doch vorher gab es ein paar Kostproben des Grund-, Vor- und Hauptchores in ihren gelben, blauen und roten T-Shirts: Vom Wachmacherlied bis zum Stück aus Schweden. „Wir wollen Kinder für den Chorgesang interessieren“, sagte Gerhart Ropeter. „Singen macht Freude, Singen macht Mut und Singen im Chor stärkt den Gemeinsinn.“

100 Kinder tummelten sich anschließend in den Workshops, in denen es darum ging, in einer Stunde gemeinsam ein Lied zu erarbeiten. Mit den Jüngsten übten beispielsweise Chorleiterin Anita Trajilovic und ihr Vorchor gemeinsam das Lied mit der eingängigen Zeile „Ich bin da“ ein, begleitet von rhythmischen Klatschen und Stampfen. Dass es allen zusammen Spaß machte, war offensichtlich.

Reihen auffüllen
Die Kinderchöre stehen vor dem Problem, dass sie ihre Reihen immer wieder auffüllen müssen, um jung zu bleiben. Das ist in Zeiten sinkender Geburtenzahlen und der Konkurrenz durch zahlreiche andere Freizeitaktivitäten keine leichte Aufgabe, zumal der gemeinsame Gesang auch in Kindergärten und Schulen stark von der Initiative und Neigung der Erzieher und Lehrer abhängt. Spontanes Singen ist selten geworden und auch in den Familien wird diese alte Tradition kaum noch gepflegt.

Dabei ist der Chorgesang bundesweit nach wie vor „in“. 1,8 Millionen Jugendliche, Frauen und Männer sind in rund 60 000 Chören aktiv. Seit 1965 ist der Anteil der aktiven Sängerinnen und Sänger um 25 Prozent gestiegen, schreibt der Verband Deutscher Konzertchöre. Gleichwohl gibt es eine Reihe von Chören, gerade in den Dörfern, denen das Schicksal der Überalterung droht. (zhp)

Impressionen vom Kinder-SING-Tag